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Was taugen Fahrassistenzsysteme wirklich auf verschneiten Straßen?

Ihr Fahrzeug ist mit einem oder mehreren Fahrsicherheitssystemen ausgestattet? ABS, Bremskraftverstärker, Antriebsschlupfregelung, Fahrdynamikregelung... Auf Schnee können diese ausgeklügelten Systeme manchmal überraschende Reaktionen zeigen. Gehen Sie auf Nummer sicher und machen Sie sich im Vorfeld mit den Auswirkungen vertraut!
Wie nutzt man Fahrassistenzsysteme auf verschneiten Straßen am besten?

Wie nutzt man Fahrassistenzsysteme auf verschneiten Straßen am besten? - Bild Credit © pixabay.com

Jedes Sicherheitssystem verhält sich auf verschneiter Fahrbahn anders...

Fahrassistenzsysteme dienen dazu, Sie in gefährlichen Situationen zu unterstützen: Sie wirken auf den Motor und die Bremsen ein, damit Sie die Kontrolle über Ihr Fahrzeug behalten. Auf Schnee können diese elektronischen Systeme manchmal überraschende Reaktionen zeigen. Machen Sie sich im Vorfeld mit den Sicherheitssystemen Ihres Autos vertraut, damit Sie keine bösen Überraschungen erleben.

ABS, das Antiblockiersystem

Wenn Sie stark bremsen, erkennt der ABS-Sensor den Grad der Blockierung eines oder mehrerer Räder Ihres Fahrzeugs. Der Sensor reagiert dann sofort und nimmt den Bremsdruck von dem entsprechenden Rad weg. So wird das Blockieren des Rades verhindert sowie das unkontrollierte Ausscheren Ihres Fahrzeugs. Den Eingriff des ABS erkennen Sie ganz einfach an den Vibrationen am Bremspedal. Im Gegenzug wird allerdings der Bremsweg verlängert. Achtung, auf verschneiter oder vereister Fahrbahn kann sich der Bremsweg verdoppeln oder gar verdreifachen!

Es kann auch vorkommen, dass das ABS-System durcheinander gerät, weil es die Situation nicht richtig analysieren kann: Zum Beispiel, wenn es zwischen rechtem und linkem Reifen zu unterschiedlichen Haftungsverhältnissen kommt - nur eine Straßenhälfte ist mit Schnee bedeckt oder die Straßenoberfläche ist sehr holprig.

Unser rezulteo Tipp:

Bei Fahrten auf Schnee sollten Sie die Geschwindigkeit drosseln und Bremssituationen möglichst vorausschauend angehen.

ESP, das Elektronische Stabilitätsprogramm

Die Fahrdynamikregelung bzw. das Elektronische Stabilitätsprogramm spricht an, wenn  die Räder Ihres Fahrzeugs eine andere Richtung einschlagen, als vom Lenkrad vorgegeben (zum Beispiel Untersteuern oder Übersteuern). Das Programm korrigiert die Fahrtrichtung durch Aktivieren des Bremssystems und verringert die Kraftstoffeinspritzung in den Motor. So wird die Beschleunigung gedrosselt, was insbesondere beim Anfahren am Berg störend sein kann.

Unser rezulteo Tipp:

Wenn Sie mit einem Fahrzeug auf Schnee fahren, das mit einem ESP ausgestattet ist, denken Sie an den potentiellen Geschwindigkeitsverlust, der vom System bei einer leichten Abweichung von der Fahrtrichtung eingeleitet wird.  

BAS / AFU, der Bremsverstärker oder Bremsassistent

Bei Notbremsungen kann es sein, dass Sie nicht fest genug oder mit einer leichten Verzögerung auf das Bremspedal treten. Der Notbremsassistent hilft Ihnen dabei, die Bremsbewegung zu verstärken. Das System misst die Geschwindigkeit beim Niederdrücken des Bremspedals und verstärkt den Bremsdruck um ein Vielfaches, damit Sie fast umgehend die maximale Bremsintensität erreichen.

ASR, die Antriebsschlupfregelung:

Die Antriebsschlupfregelung hat zum Ziel, das Rutschen der Antriebsräder bei der Beschleunigung zu verhindern. Sie ist besonders nützlich beim Anfahren, insbesondere auf Schnee oder Glatteis. Sobald ein Antriebsrad zu rutschen beginnt, drosselt die Antriebsschlupfregelung die Leistung, jedoch ohne eine Kraftübertragung von einem Rad auf das andere vorzunehmen (außer bei speziellen Vorrichtungen mit einem selbstsperrenden Differential). Fängt auch das nächste Antriebsrad an zu rutschen, drosselt die Antriebsschlupfregelung die Motorkraft weiter, bis die beiden Räder wieder Bodenhaftung haben.

Wenn Sie auf einer glatten Oberfläche wie Schnee oder Glatteis anfahren, kann es sein, dass das ASR die Motorkraft derart drosseln muss, dass Sie gar nicht losfahren können, nur damit die Räder wieder Bodenhaftung erhalten. In diesem Fall bleibt Ihnen nur eines: Das System vorübergehend abzuschalten.

Unser rezulteo Tipp:

Wenn beim Anfahren am Berg, auf Schnee oder Glatteis die Motorleistung nachlässt, müssen Sie das ASR-System deaktivieren, bis die Reifen wieder Bodenhaftung haben, danach können Sie es wieder einschalten.

Winterreifen, die die Sicherheitssysteme aktiv unterstützen

Nachdem die Automobilhersteller zunehmend Fahrassistenzsysteme in ihre Fahrzeuge einbauen, reagiert die Reifenindustrie auf diesen Trend, indem sie Reifen anbietet, die diese Systeme optimal unterstützen. So wurde das Modell TS 860 aus der WinterContact-Serie von Continental speziell dafür konzipiert, die Wirkung der Fahrdynamikregelung (ESP) zu verbessern. Dieser Winterreifen besteht aus speziellen Lamellen, die sich wesentlich leichter der vorgegebenen Fahrtrichtung anpassen.

rezulteo-Reifentest zum ContiWinterContact TS 860 lesen

Unser rezulteo Tipp:

Unabhängig davon, welche Fahrassistenzsysteme Ihnen zur Verfügung stehen, sollten Sie bei Schnee daran denken, die Geschwindigkeit anzupassen und ausreichend Bremsabstand einzuhalten. Schneeketten und Schneesocken (letztere als Anfahrhilfe für den punktuellen Einsatz geeignet) können Ihnen in gefährlichen Situationen ebenfalls wertvolle Dienst erweisen, vergessen Sie das nicht!

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